Solidemo für die Streikenden im Sozial- und Erziehungsdienst

We stand together!

12.06.2015 15:30
Bahnhofsvorplatz

Mehrere Wochen haben die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gestreikt. Sie fordern eine höhere Eingruppierung ihrer Tätigkeit in der Tarifgruppe und damit die Aufwertung und Gleichstellung mit anderen Berufen.

Die anfängliche Solidarität der Medien und Eltern scheint zu schwinden, sobald der Streik tatsächlich unbequem wird. Und auch von linksradikaler Seite war es bisher eher still.

Dabei gibt es jede Menge zu unterstützen:

95% der Arbeitenden im Sozial- und Erziehungsbereich sind Frauen*. Das ist kein Zufall, sondern gesellschaftlich so hergestellt, dass sorgende Tätigkeiten meist Frauen* delegiert und schlecht bezahlt werden. Damit setzt sich in der Lohnarbeit eine Tradition der gesellschaftlichen Arbeitsteilung entlang der Geschlechtergrenzen fort. Was früher kostenlos im Privaten, in der Familie ohne Geld von Frauen erledigt werden sollte, wird heute in der Berufswelt so schlecht bezahlt, dass Frauen* im Durchschnitt immer noch 23 % weniger verdienen.

Der Arbeitskampf der Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen ist also ein feministischer Konflikt. Wir unterstützen diesen Kampf und fordern andere Formen von Sorgearbeit, in denen wir unabhängig von kapitalistischen und stattlichen Zwängen über unsere Sorgebedürfnisse und gute Lebensbedingungen selbst bestimmen.

Feminismus praktisch werden lassen! Unterstützt die Streikenden, kommt zur Solidemo: 12.06. um 15:30 am Hauptbahnhof.

Sorgearbeit anerkennen, umverteilen, vergesellschaften.