Stop Greenwashing!
Greenwashing-Propagandamüllin die Tonne treten!
Seit Jahren versucht Vattenfall, sich mit prominenten Sponsoringaktivitäten das Image eines umweltfreundlichen und zum Wohle Hamburgs wirkenden Unternehmens zu geben. Der richtige Dreh macht eben selbst aus den größten Schmutzfinken noch Blumenkinder: Vattenfall ist Träger des „Klima-Grünwäscher-Preises 2009“ («Climate Greenwash Award 2009») für meisterhafte Verdrehungen beim Klimaschutz.
„Wir gratulieren Vattenfall zu einem empörenden Gebrauch des Grünfärberei um ihr dreckiges Geschäftsmodell vorwärtszubringen“, so die Jury. „Das Unternehmen stelle sich selbst als Klima-Champion dar, gleichzeitig sorge das Unternehmen durch gezielten Lobbyismus für den Betrieb von Kohlekraftwerken.“
Deshalb wurde die Eröffnung der Hamburger Vattenfall-Lesetage 2010 unter dem Beifall des anwesenden Publikums für die Überreichung des „Lügen-Pinocchios“ genutzt. Die jetzt stattfindenden Cyclassics sind eine weitere Gelegenheit, die Lüge zu entlarven und Vattenfalls Propagandamüll zu skandalisieren und wegzuräumen.
Ziehen wir dem Wolf den „grünen“ Schafspelz über die Ohren!
Gegenwehr! Energiewende ist Handarbeit!
Die Konzernpolitik Vattenfalls lässt sich nicht als normales Geschäftsgebaren entschuldigen, denn es geht um die Existenz von Millionen Menschen. Wenn die Industrieländer keine CO2-freie Versorgung anstreben, warum sollten es dann die weniger industrialisierten Länder tun? Wir können den lächerlichen Grünwasch-Bemühungen Vattenfalls nicht trauen. Wir wollen auch nicht, dass Hamburg die Supernanny für diesen Konzern spielt und nachsichtig ist. Wenn wir erpresserisches Verhalten bei so einer so wichtigen Frage wie der Stromversorgung dulden, ist uns nicht mehr zu helfen.
Das Verhalten interessierter Kreise angesichts des drohenden Klimakollapses und das angedrohte Revival der zerstörerischen Kernenergie belegen anschaulich, dass wir weder auf Regierungshandeln noch auf freiwillige Konzernpolitik vertrauen können. Darum helfen wir uns jetzt selbst. Auch weil die Regierenden weltweit bei den UN-Klimaverhandlungen versagen, muss Klimaschutz vor Ort erfolgen.
Die jetzt stattfindenden Cyclassics sind eine Gelegenheit, die breite Öffentlichkeit darüber aufzuklären, wie dreist Vattenfall die Hamburger Öffentlichkeit täuscht. Auch viele, die etwas gegen Vattenfall haben, wissen darüber wenig. Wir finden es unerträglich, dass Vattenfall den sympathischen Radsport dazu missbraucht, sich ein grünes Mäntelchen umzuwerfen. Deshalb rufen wir dazu auf, sich am Sonntag, dem 15.8., während des Profirennens der Cyclassics an den Protesten gegen die Bedrohung der Umwelt und unserer Lebensbedingungen durch Vattenfall zu beteiligen.
Widerstand ist erfolgreich!
Das konsequente Aufdecken von Vattenfalls schädlichen Machenschaften für Hamburg zeigt Wirkung:
► Die Genehmigung für den Bau der Moorburg-Fernwärmetrasse wurde nach massiven und beharrlichen Protesten im Viertel gerichtlich gekippt und muss nun neu verhandelt werden.
► Ein Sponsoring von Vattenfall im Rahmen des Hamburger Titels „European Green Capital 2011“ wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt
► Die Volksinitiative „Unser Hamburg — unser Netz“ eröffnet nun eine Debatte über eine Energieversorgung, wie wir sie wollen: auf der Basis von erneuerbaren Energien, sozial gerecht, klima verträglich und mit Beteiligung der Bürger an Entscheidungen. Wir wollen, dass über unsere Energieversorgung nicht in Konzernzentralen entschieden wird, sondern hier vor Ort!
Machen Sie mit und unterstützen Sie die folgenden Forderungen
► Sofortige Stilllegung aller AKWs!
► Sofortiger Baustopp der Dreckschleuder in Moorburg; auch bundesweit keine neuen Kohlekraftwerke!
► Sofortige Rücknahme jeder Art von Unterstützung der Stadt Hamburg in Form von finanziellen Zuschüssen, Sachleistungen wie Straßensperrungen, Polizeischutz, usw. für Vattenfalls Greenwashing - Veranstaltungen!
► Keine Verlängerung der Konzessionen für die Hamburger Strom-, Fernwärme- und Gasleitungsnetze für Vattenfall und EON!
► Überhaupt gilt: Sozial und ökologisch korrekte Energieversorgung ist ein öffentliches Gut und gehört deshalb unter gesellschaftliche Kontrolle und nicht in die Hände der Konzerne!
Vattenfall, stinkt, lügt, zieht ab
Vattenfall ist Deutschlands klimaschädlichster Stromanbieter und bei der CO2-Produktion auch weltweit sogar in der Spitzengruppe und will offenbar ganz nach oben aufs Siegertreppchen. Denn Vattenfall kürzt seine Investitionen in erneuerbare Energien — deren Anteil in Deutschland liegt im einstelligen Prozentbereich — erhöht also damit seinen Ausstoß an Treibhausgasen. Und behauptet das Gegenteil.
Gegenüber der Stadt Hamburg leistet sich unser „Grundversorger“ eine besondere Dreistigkeit: Vattenfall stellt sich außerhalb der deutschen und der europäischen Rechtsordnung. Mit seiner Milliardenklage vor dem Weltbankschiedsgericht wegen der Umweltauflagen für das Kohlekraftwerk Moorburg will der Konzern die Stadt zwingen, gegen europäisches Umweltrecht zu verstoßen. Scheinheiliger geht es kaum noch, denn der Eigentümer, der schwedische Staat, muss dieses Recht eigentlich schützen.
Die Strompreise für Privatkunden sind seit Vattenfalls Übernahme der HEW in Hamburg um ca. 30% gestiegen. Die Bundesnetzagentur hat u. a. Vattenfall „verlogene“ Begründungen für die Preissteigerungen vorgeworfen. Die verschenkten Emissionsberechtigungen beim CO2-Handel haben Vattenfall Zusatzgewinne ohne irgendeine Gegenleistung in Milliardenhöhe beschert. Der Verbraucher zahlt aber deswegen höhere Preise, weil Vattenfall deren Geldwert auf den Endverkaufspreis aufgeschlagen hat.
28.6.2007: An einem einzigen Tag müssen innerhalb von zwei Stunden das AKW Brunsbüttel und das AKW Krümmel vor den Toren Hamburgs durch schnelle Notabschaltung vom Netz. Die Gründe dafür — technisches Versagen, menschliche Fehler, eine unsägliche Verschleierungs- und Beschönigungstaktik des Betreibers Vattenfall gelangten schließlich an die Öffentlichkeit.
Ein gemeinsamer Aufruf von:
attac Hamburg, Avanti – Projekt undogmatische Linke, BUNDJugend, Initiative Moorburgtrasse stoppen!, Klimaplenum Hamburg, Robin Wood
Aktionen:
24. 7. (Sa.), 13.00 Uhr, Mönckebrunnen
Aufwärmen: Wer sein Klima liebt, der schiebt! Agitprop: Bringt alles
mit, was rollt: Ein-, Zwei- Dreiräder, Rollstühle, -schuhe…
30.7. (Fr.), 18.00 Uhr, Mönckebrunnen
Public Viewing + Teach-in Film: „Atomkraft: entlarvte Lügen“ Vortrag und
Debatte: die Konzernpolitik Vattenfalls
2.8. (Mo), 18.00 Uhr, Centro Sociale
Veranstaltung: Kohlekraft - ein dreckiges Geschäft. Über die sozialen
Folgen des Kohlebergbaus in Kolumbien (Mit FIAN-Referent)
11. und 12. 8. (Mi+Do.), ganztägig, Alsteranleger
Infotische und -aktionen bei der Akkreditierung
15.8. (So.), ganztägig, Rennstrecke
Protestkundgebung gegen das Profirennen: Hans-Albers-Platz
Infopunkt: Buttclub, St.-Pauli-Hafenstraße 126
Bringt Plakate, Sprechblasen u. ä. mit!
Mehr Infos: www.stop-greenwashing.org
Streckenverlauf des Profirennens: http://files.upsolut.de/cyclassics/2010/st/Elite_2010.html
Update:
Laut Taz ruft gegenstrom10 zur Blockade des Profirennens auf: " Die Vattenfall-Cyclassics stören will die Initiative "Gegenstrom10". Das kündigte deren Sprecher Jens Fischer am Freitag an. Gegenstrom10 wolle das Profi-Radrennen am 15. August direkt stören, um auf die ökologisch und sozial zerstörerische Konzernpolitik des Sponsors Vattenfall hinzuweisen. Wenn der Energiekonzern "versucht, sich zur Imagepflege ein grünes Mäntelchen zu verpassen, ist unser Protest nicht weit", sagte Fischer am Freitag."
