In Kooperation mit Verlag Assoziation A und internationale sozialistische linke (isl)

Buchvorstellung: Die Mikrofinanz-Industrie

25.01.2012 19:30
Werkstatt 3, Nernstweg 32-34

So weit die Mär, so weit der Mythos. Weniger bekannt ist die Kehrseite der Mikrofinanz-Industrie, wie die englische Bezeichnung lautet. Es handelt sich um ein Geschäftsmodell, das Gemeinschaften in vielen Ländern in die Überschuldung treibt. Die Folgen sind psychosozialer Druck, Pfändung und Enteignung bis hin zu Suizid. Dabei sollte schon eine einzige Zahl genügen, um den Glauben an die wohltätige Wirkung der Mikrofinanz zu verlieren: 38 Prozent. So hoch sind die effektiven Zinssätze für Mikrokredite im weltweiten Durchschnitt.

 

Gerhard Klas, freier Journalist aus Köln, beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema. Sein Buch ist die erste umfassende Studie in deutscher Sprache, die sich kritisch mit der Mikrofinanz-Industrie auseinandersetzt. Er schreibt über Allianzen von Investoren, Banken und NGOs, zeichnet den Paradigmenwechsel der »Entwicklungshilfe« nach, räumt mit den Mythen der Mikrofinanzwelt auf und zieht nicht zuletzt die Querverbindungen zum reichen Deutschland. Für ihn steht fest: Die Mikrofinanz ist – gemessen an ihren proklamierten Zielen – eine Geschichte des Scheiterns. »Ethisches Investment« ist eine Illusion. Das Kreditgeschäft funktioniert auf Kosten und nicht zum Nutzen der Armen.

 

Mit freundlicher Unterstützung des entwicklungspolitischen Veranstaltungsdienstes des BMZ. Veranstalter: Werkstatt 3 in Kooperation mit Verlag Assoziation A, Verein für Solidarische Perspektiven (VSP), internationale sozialistische linke (isl) und Avanti – Projekt undogmatische Linke