Zwangsräumungen, das Recht auf Stadt und Proteste in Rio de Janeiro

Die WM in Brasilien

11.06.2014 19:30
Fanräume im Millerntorstadion (Heiligengeistfeld 1a)

Ver­gan­ge­nen Juni pro­tes­tier­ten die Men­schen in Bra­si­li­en nicht nur gegen zu hohe Fahr­prei­se und man­geln­de po­li­ti­sche Mit­spra­che, son­dern vor allem auch gegen die Fuß­ball-WM der Män­ner, mit der sich das Land vor einem in­ter­na­tio­na­len Pu­bli­kum me­di­al als tou­ris­ten­freund­li­che Me­tro­po­le in­sze­nie­ren möch­te. Die ur­ba­nen Ein­grif­fe und In­ves­ti­tio­nen in die Struk­tur der Aus­rich­t­er­stät­te gehen ein­her mit einer mas­si­ven Im­mo­bi­li­en­spe­ku­la­ti­on, der Zwangs­räu­mung der är­me­ren Be­völ­ke­rung aus auf­ge­wer­te­ten Ge­bie­ten sowie ste­tig an­stei­gen­den Le­bens­hal­tungs­kos­ten. Der po­li­zei­li­chen Re­pres­si­on und der (me­dia­len) Kri­mi­na­li­sie­rung sind nicht nur die Be­woh­ner_in­nen von Fa­ve­las aus­ge­setzt, son­dern auch De­mons­tran­t_in­nen und so­zia­len Be­we­gun­gen, eben­so wie in­for­mel­len Händ­ler_in­nen, Ob­dach­lo­se und Stra­ßen­kin­der.

Neben der Frage, wel­che po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen hin­ter der Aus­tra­gung sport­li­cher Groß­er­eig­nis­se ste­hen, geht der Vor­trag, unter Be­rück­sich­ti­gung des Rechts auf Stadt, dem Thema der Zwangs­räu­mung und Ver­trei­bung nach. Nicht zu­letzt wird auf In­itia­ti­ven aus der Zi­vil­ge­sell­schaft ein­ge­gan­gen, wie sie sich z.B. in den Aus­rich­t­er­städ­ten in Form der Comitês Po­pu­la­res da Copa (sog. Volks­ko­mi­tees) ar­ti­ku­lie­ren.

Re­fe­ren­tin: Phyl­lis Buß­ler, Köln // KoBra – Ko­ope­ra­ti­on Bra­si­li­en e.V.

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Eine Ver­an­stal­tung vom Ze­cken­sa­lon, dem St. Pauli Roar – So­li-Es­pres­so und Avan­ti Ham­burg.

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