Veranstaltung zum zweiten Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU

NSU-Naziterror zwischen Aufklärung und Vertuschung

04.11.2013 19:00 - 22:00
Monarch, Skalitzer Str. 134

Vor zwei Jahren, am 4. November 2011, starben zwei NSU-Mörder nach einem Bankraub in Eisenach. Nach und nach wurde die monströse Dimension der Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) der Öffentlichkeit bekannt. Neun Menschen wurden aus rassistischen Motiven ermordet, eine Polizistin starb unter völlig unklaren Umständen, zahlreiche Menschen wurden schwer verletzt.
Unter dem Schock des Bekanntwerdens eines Terrornetzwerks versuchte die kritische Öffentlichkeit aus Journalist_innen, migrationspolitischen Initiativen und Antifaschist_innen Licht ins Dunkel des NSU-Komplexes zu bringen. Rassistische Ermittlungsarbeit und systematische Förderung von Nazigruppen durch die Behörden und Geheimdienste wurde sichtbar. Die Geheimdienste begannen damit, gezielt Akten zu vernichten und die Öffentlichkeit zu täuschen und verdächtige Mitarbeiter zu schützen. Nach zwei Jahren sind immer noch viele Fragen offen und etliche Details deuten auf eine planvolle Verschleierung der Aufklärung und sogar Begünstigung des NSU-Terrors durch Staatsorgane hin.
Viele Linke waren von Beginn an sprachlos angesichts der Mordserie und der beinahe täglichen Enthüllungen: was zu Tage kam spottete jeder „Verschwörungstheorie“. Nicht zuletzt, weil auch in und seitens der Antifa zu wenig kritische Nachfragen in den zurückliegenden zehn Jahren gestellt worden waren. Kaum jemand kann alle Facetten der NSU-Mordserie und der Rolle des Staates überblicken. Eine Situation, die Raum für Fragen und zur Diskussion verlangt.
Wir wollen versuchen im Gespräch einige Blickwinkel zusammen zu bringen. Miraz Bezar hat den Untersuchungsausschuss im Bundestag begleitet, Fritz Burschel (RLS) besucht als Korrespondent von Radio Lotte und NSU Watch den Prozess und Juliane Karakayali betrachtet die gesellschaftliche Diskussion um Rassismus im Kontext der NSU-Debatte.