Speakerstour mit Aktivistin aus der venezolanischen Räte-Bewegung

Comuna

25.04.2013 19:30
AKZENT, Hüxstr. 85 (Eingang Toreinfahrt Nr. 79)

Venezuelas bolivarianische Revolution ist mittlerweile in aller Munde – ob als Folie der Angst vor lange totgesagten Geistern, oder als Hoffnungsträger eines linken Aufbruchs in Lateinamerika. Außerhalb Lateinamerikas hing sich bisher auch in der Linken die Debatte um Venezuela vor allem an einer Auseinandersetzung um die Führungsfigur Hugo Chávez auf. Die vielfältigen kollektiven Prozesse an der politischen Basis erhielten hingegen nur selten Beachtung.
Die Erfahrungen der Comuna-Bewegung liefern eine eigenständige Interpretation der politischen Entwicklungen in Venezuela, abseits der Hoffnungen und Ängste, die von außen auf den Bolivarianismus projiziert werden. Auf einer langen Tradition der Basisorganisierung aufbauend, die schon viele Jahre vor Chávez erstem Regierungsantritt begann, sieht sich die Comuna-Bewegung selbst explizit als Teil des bolivarianischen Prozesses. Dies bedeutet für die Bewegungen einen ständigen Balanceakt zwischen Kooperation und Autonomie gegenüber der Regierung. Hierbei stellt sich die alte Frage vom Verhältnis von Staat und Bewegungen auf eine neue Weise. Löst dieser Ansatz das bisher scheinbar unauflösbare Dilemma zwischen dem notwendigen Erlangen der Staatsmacht und der damit einhergehenden Korrumpierung des ursprünglichen politischen Projekts auf?

Wir wollen mit der venezolanischen Comuna-Aktivistin Atenea Jimenez diskutieren, welche Erfahrungen wir aus dem politischen Prozess in Venezuela ziehen können:
Wie ist die Comuna-Bewegung in Venezuela entstanden und was sind deren Ziele und Strategien? Wie bewerten sie den politischen Transformationsprozess der sich momentan in Venezuela abspielt und welche Rolle sehen sie für sich selbst darin? Und natürlich wollen wir die Gelegenheit nutzen, um zu diskutieren, welche Bedeutung dem Tod von Hugo Chávez für die Zukunft Venezuelas beizumessen ist. Welche Zukunft hat die bolivarianische Revolution ohne ihn und wie sind die Ergebnisse der Neuwahlen vom 14. April 2013 zu bewerten?

Eine Veranstaltungsreihe der Interventionistischen Linken. Die Veranstaltung findet auch in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Karlsruhe statt.