Veranstaltungsreihe zur spanischen Bewegung gegen Zwangsräumungen

Stop Desahucios

03.09.2012 20:00
Aula der Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Straße 12

In Hamburg steigen die Mieten rasant: Immobilien gelten als sichere Anlagequelle in Zeiten der Krise, die Preisspirale geht immer weiter nach oben  - wer nicht genug Lohn oder Rente bekommt oder arbeitslos ist, findet kaum noch eine Wohnung in der Stadt und muss an den Rand ziehen.
Auch in anderen Ländern werden durch das Geschäft mit Wohnraum Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben. In Spanien wehrt sich eine breite Bewegung mit vielfältigen Mitteln gegen Zwangsräumungen, von denen immer mehr Menschen betroffen sind.  Wie können wir aus Spanien lernen und die Kämpfe gegen Mietenwahnsinn hier und Zwangsräumungen in dort miteinander verbinden?

Mitglieder der Plataforma de los Afectados por la hipoteca (Plattform der Betroffenen der Hypothek) werden am 03.09. ausführlich über die Situation und den Widerstand berichten.

Die Krise in Spanien  nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Jeden Tag werden derzeit 517 Haushalte aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie infolge von Arbeitslosigkeit die Raten für die Tilgung der Hypothek nicht mehr bezahlen können. Während bis zu 6 Millionen Wohnungen leer stehen, sind  seit 2008 rund 400 000 Haushalte auf die Straße gesetzt worden!


Zum Hintergrund:

Lediglich 10% der Wohnungen werden in Spanien vermietet. Daher ist es die Regel, dass auch NormalverdienerInnen Kredite aufnehmen, um eine Wohnung zu erwerben. Für die geräumten Familien ist die Situation ein real gewordener Alptraum: Die Zahlungsunfähigkeit führt dazu, dass sich die kreditgebenden Banken ihre Wohnungen aneignen -  da der Wert der Wohnungen mit dem Platzen der Immobilienblase massiv gesunken ist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Dach über dem Kopf: Da es in Spanien keine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung gibt,  bleiben sie auch noch auf einem Berg von Schulden sitzen, den sie niemals im Leben abbezahlen können!
Aber immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Situation: Im ganzen Land wurden mittlerweile mehrere hundert Zwangsräumungen verhindert, weil sich NachbarInnen gemeinsam der Polizei in den Weg gestellt haben. Die Betroffenen und ihre UnterstützerInnen üben Druck auf die Banken aus, damit sie weiterhin in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. In einigen Städten sind obdachlos gewordene Familien dazu übergegangen, Häuser zu besetzen. Parallel läuft derzeit eine Gesetzesinitiative, die die Entschuldung und das Behalten der Wohnung  bei einer einkommensabhängigen Miete regeln soll.

Veranstaltet von: Avanti - Projekt undogmatische Linke, BUKO,
SOS-St. Pauli, AStA Uni Hamburg, GWA St. Pauli, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Auch in anderen Städten finden Veranstaltungen statt. Außer in
Hamburg gibt es noch Veranstaltungen in Berlin, Rostock, Bochum,
Düsseldorf, Hanau und Marburg.

Mehr Infos unter: zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de